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Die Hundsheimer Berge

Inhalt

  1. Allgemein
    1. Geografie
      1. Der Braunsberg
      2. Der Hexenberg
        1. Höhlen des Hexenberges
      3. Der Hundsheimer Berg
      4. Der Pfaffenberg
      5. Der Schlossberg
    2. Geologie
    3. Klima
    4. Natur
      1. Fauna
      2. Flora
  2. Anreise
  3. Literatur
    1. Karten
  4. Sehenswürdigkeiten
    1. Carnuntum
      1. Aus der Stadtgeschichte
        1. Das Heidentor
  5. Unterkunft
    1. Hainburg a. d. Donau
  6. Wandern

1. Allgemein

1.1. Geografie

Die Hundsheimer Berge an der Donau, in Niederösterreich nahe der Grenze zur Slowakei, bilden die westlichsten Ausläufer der Karpaten (inneren Westkarpaten). Zu den Hundsheimer Bergen gehört von West nach Ost: der Pfaffenberg (331 m), das Hundsheimerberg-Hexenberg-Massiv (480 m), der Spitzerberg (302 m), der Schlossberg (291 m) und der Braunsberg (346 m).

1.1.1. Der Braunsberg

Der Braunsberg als östlichste Erhebung der österreichischen Karpaten ist Hainburgs Weinanbauregion. An den Südhängen wachsen Weißburgunder (Chardonnay), Rheinriesling, Grüner Veltliner und Blaufränkisch. Auf den Trockenrasen gedeihen seltene Pflanzen, wie zum Beispiel die Hainburger Federnelke, die nur in den Hundsheimer Bergen vorkommt.
Erste Siedlungsspuren auf dem Braunsberg stammen aus der Kupferzeit vor fast 4500 Jahren. Auf dem Plateau siedelten vor mehr als zwei Jahrtausenden Keltische Stämme. Östlich der Donau siedelte der keltische Stamm der Boier. Das Zentrum der Boier lag auf der Pressburg in Bratislava. Um 40 v. Chr. führten diese unter der Führung von Kritasiros einen Krieg mit den östlich benachbarten Dakern und wurden unter Dakerkönig Burebista vernichtend geschlagen. Die Kelten auf dem Braunsberg hatten die Siedlung bereits Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. verlassen. Von der keltischen Siedlung ist noch der Erdwall als archäologisches Kulturdenkmal im Gelände zu erkennen. Entlang der westlichen Felskante wurde ein Teil einer keltischen Wallburg mit Holzpalisade und Holzturm rekonstruiert. Der Turm ist ebenso wie die Palisade in den originalen Pfostengruben wiedererrichtet worden.

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1.1.2. Der Hexenberg

Der Name stammt vermutlich aus dem Mittelalter wo Frauen (Dorfhexen) auf den Berg gingen um Kräuter zu suchen. Das Kalkmassiv des Hexenberges besitzt wie der Braunsberg zahlreiche Trockenrasen mit seltenen Pflanzen und Tierarten. Interessant sind vor allem die Höhlen des Hexenberges.

Eine Sage vom Hexenberg

1.1.2.1. Höhlen des Hexenberges
Die Güntherhöhle

Die Güntherhöhle im Hexenberg ist eine 206 m lange und bis zu 21 m hohe Kalkhöhle. Sie wurde per Zufall bei Steinbrucharbeiten entdeckt. Das Innere gliedert sich in eine imposante Eingangshalle und in mehrere mit Sinterplatten und -kaskaden geprägte Kammern und Gänge.
Bemerkenswert ist die „Rote Halle“ mit einer Höhe von 14 m im mittleren Teil der Höhle.1931 wurde die Höhle als Schauhöhle erschlossen und der bereits bestehende Eingang künstlich angelegt. Die Höhle ist heute für Besucher nicht mehr zugänglich. Der Eingangsschlüssel liegt beim Gemeindeamt oder beim Bürgermeister in Hundsheim. Südlich der Höhle, in der so genannten Knochenspalte wurden fossile Reste des Wollhaarnashorns gefunden. Als „Hundsheimer Nashorn“ (Rhinoceros Stephanorhinus hundsheimensis) ging es in die Wissenschaft ein.

Das Zwergenloch

Eine Sage über das Zwergenloch

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1.1.3. Der Hundsheimer Berg

Der Hundsheimer Berg, benannt nach der Gemeinde Hundsheim am Fuße des Berges ist mit 480 m Höhe der Hauptgipfel des Massivs - Hundsheimer Berge. Wie es sich für einen ordentlichen Gipfel gehört, hat er auch ein Gipfelkreuz mit einem Gipfelbuch. Daneben steht die Hundsheimer Hütte mit einem Grillplatz.

Eine Sage vom Hundsheimer Berg

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1.1.4. Der Pfaffenberg

Heute befindet sich am Pfaffenberg ein Kalksandstein-Steinbruch. Schon in der Antike diente das Gebiet als Baustofflieferant für die römische Provinzhauptstadt Carnuntum in der Nähe von Bad Deutsch-Altenburg. Auf dem Berg selbst befand sich ein Heiligtum für Jupiter. Archäologen entdeckten mehrere Tempel, Kultstätten und ein Amphitheater auf dem Bergplateau.

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1.1.5. Der Schlossberg

Der Hügel im Zentrum von Hainburg müsste eigentlich Burgberg heißen. Die Burg wurde 1050 auf Geheiß von Kaiser Heinrich III errichtet. Im 12. Jahrhundert wurde die Anlage unter Leopold V aus dem Lösegeld für Richard Löwenherz erweitert und verbessert. Von der Burg hat man einen schönen Ausblick auf Hainburg, die Donau bis nach Bratislava und die Kleinen Karpaten.

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1.2. Geologie

Das Grundgestein der Berge ist Granit und Quarzit. Überlagert werden sie von Dolomit und Kalkstein aus der Epoche der Trias. In den Kalksteinregionen gibt es Höhlen wie z.B. am Hexenberg das Zwergenloch oder die Güntherhöhle. Auf der Nord- und Ostseite des Massivs hat sich Löß abgelagert.

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1.3. Klima

Das Klima in den Bergen ist kontinental pannonisch mit trockenen und heißen Sommern und kalten Wintern.

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1.4. Natur

1.4.1. Fauna

Insekten bilden in den Hundsheimer Bergen den größten Artenreichtum. Manche von ihnen erreichen hier ihr westlichstes bzw. nördlichstes Verbreitungsgebiet (große Sägeschrecke, gelbstirnige Dolchwespe).

Insekten
große Sägeschrecke (Saga pedo)
gelbstirnige Dolchwespe (Scolia flavifrons)
Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Segelfalter (Iphiclides podalirius)
Staubkäfer (Opatrum sabulosum)
Hecken-Wollafter (Eriogaster catax)
Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Holzbiene (Xylocopa violacea)
Feuerfalter (Lycaena phlaeas)
Damenbrettfalter (Melanargia galathea)
Kriechtiere
Äskulapnatter (Zamenis longissimus)
Smaragdeidechse (Lacerta viridis)
Vögel
Bienenfresser (Merops apiaster)
Wiedehopf (Upupa epops)
Säugetiere
Ziesel (Spermophilus citellus)
Großes Mausohr (Myotis myotis)
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1.4.2. Flora

Aufgrund des warmen und trockenen Klimas und auch durch frühere Beweidung hat sich in den Hundsheimer Bergen eine Steppenvegetation gebildet (Trocken- und Halbtrockenrasen) mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Das ganze Gebiet steht unter Naturschutz. Seit Anfang der 60-er Jahre sind die wertvollen Trockenrasen der Hundsheimer Berge ein WWF Reservat. Mit kontrollierter Beweidung durch Schafe wird verhindert, dass sich der Wald auf die Rasenflächen ausbreitet.

Folgende Vegetationstypen werden in den Hundsheimer Bergen unterschieden:

1. Felssteppen: Inselartig im Osten Österreichs auf steilen Felsrippen der Süd- und Westhänge mit sehr flachgründigem Boden verbreitet.

2. Rasensteppen: An trockenen Standorten auf mäßig tiefem Boden, auf flachen Hängen und Kuppen.

3. Wiesensteppen: Auf tiefgründigerem Boden) ehemals durch Rodung und ständige Beweidung entstanden; durch fehlende Beweidung in den letzten Jahrzehnten jedoch stark mit Dornsträuchern (Weißdorn, Heckenrose) und Säulenwacholder durchsetzt.

4. Flaumeichen-Buschwald: Wärmeliebende Gehölzgesellschaft hauptsächlich in den Rinnen zwischen den Felsrippen der Südhänge auf tiefergründigem Boden.

5. Wald-Steppensaum: Begleitgesellschaft entlang des Flaumeichen-Waldes.

Einige typische Vertreter in den einzelnen Vegetationstypen:

Felssteppen
Hainburger Federnelke (endemisch) (Dianthus lumnitzeri)
Zwergschwertlilie (Iris pumila)
ruthenische Kugeldistel (Echinops ritro subsp. Ruthenica)
Lotwurz (Onosma austriaca)
Rasensteppen
Federgras (Stipa)
Wundklee (Anthyllis vulneraria)
Wiesensteppen
Duft-Schöterich (Erysimum odoratum)
Knackerdbeere (Fragaria viridis)
Purpur- oder Phönizische Königskerze (Verbascum phoeniceum)
Flaumeichen-Buschwald
Flaumeiche (Quercus pubescens)
Kornelkirsche (Cornus mas)
wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Wald-Steppensaum
Adonisröschen (Adonis vernalis)
Blutstorchenschnabel (Geranium sanguineum)
Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)
Diptam (Dictamnus albus)
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2. Anreise

Auto: Über Wien auf der A4 bis Fishamend, dann auf der B9 bis Hainburg a. d. Donau.

Zug: Von Deutschland bis Wien (Hütteldorf), von da mit der S-Bahn nach Wien (Rennweg), weiter mit der S-Bahn nach Hainburg a. d. Donau.

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3. Literatur

3.1. Karten

Ein Stadtplan von Hainburg Maßstab 1:11.000 mit Freizeitkarte Maßstab 1:80.000 ist in der Touristeninformation in Hainburg erhältlich.

Karte Maßstab Herausgeber Blatt
ÖK25V-UTM Hainburg an der Donau 1:25 000 BEV (Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen) 5327-Ost
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4. Sehenswürdigkeiten

4.1. Carnuntum

4.1.1. Aus der Stadtgeschichte

Die römische Stadt Carnuntum war als Hauptstadt der Donauprovinz Pannonia Superior (Oberpannonien) für rund 400 Jahre einer der bedeutendsten politischen Stützpunkte Roms an der nördlichen Außengrenze des Imperiums. Ihre Gründung geht wie ihr Name auf ein keltisches Oppidium (befestigte Stadt) zurück. Nach dem neuesten Stand der Forschung lag jenes wahrscheinlich nahe der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Preßburg). Die römische Neugründung erfolgte in der Regierungszeit des Kaisers Claudius (41 - 54 n. Chr.) am Südufer der Donau zwischen Petronell und Bad Deutsch-Altenburg.
In seiner Blütezeit im 3. - 4. Jh. n. Chr. erstreckte sich Carnuntum über eine Fläche von ca. 10 kmĀ² und hatte schätzungsweise 50.000 Einwohner. Die Siedlungsstruktur wird von militärischen Anlagen bestimmt, denen zwei stadtähnliche zivile Zonen angeschlossen sind.

Man unterscheidet generell vier Kernzonen:

Der Lage am Schnittpunkt zweier transkontinentaler Fernstraßen (Donauufer- und Bernsteinstraße) verdankte Carnuntum seine Bedeutung als strategische Drehscheibe auf der einen und als wirtschaftlich-kulturelles Zentrum auf der anderen Seite. Bis zur Aufgabe der römischen Donauprovinzen (433 n. Chr.) war die Stadt die wichtigste Metropole des gesamten Wiener Beckens.

4.1.1.1. Das Heidentor

Das bekannteste und am besten erhaltene Zeugnis antiker Architektur in Carnuntum stellt das so genannte Heidentor dar. Die Ruine an der südwestlichen Peripherie der Stadt bildet den Rest eines Quadrifrons - eines Doppeldurchgangsmonumentes über vier Pfeilern.
Schon seit langem wurde vermutet, dass der Quadrifrons von Carnuntum in der Spätantike entstanden sei. Auf Grund der jüngsten Forschungen konnte nachgewiesen werden, dass das Monument nicht früher als in der Mitte des 4. Jhs. n. Chr. errichtet wurde. Münzfunde, Spolienbefunde (Bauteile aus älteren nicht mehr erhaltenen Bauwerken, die in neueren wiederverwendet wurden), Keramik- und Metallfunde ermöglichen eine Präzisierung der Errichtungszeit während der Alleinregierung des Kaisers Constantius II. (351-361 n. Chr.).
Die Funktion der Anlage als Triumphalmonument ist nahe gelegt durch eine literarische Überlieferung des Geschichtsschreibers Ammianus Marcellinus, der berichtet, dass Kaiser Constantius „unter großen Kosten Triumphbögen ... in Gallien und Pannonien errichten und auf ihnen Inschriften über seine Taten anbringen ließ“.

http://www.carnuntum.at

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5. Unterkunft

5.1. Heinburg a. d. Donau

Unterkünfte stehen im Hainburger Unterkunftsverzeichnis, das bei der Touristeninformation erhältlich ist.

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6. Wandern

WanderwegWeglängeDauer ca.Höhenunterschied
Hainburger Gipfelweg 8 km 2, 5 Stunden 300 m
Rund um den Braunsberg 8 km 3 Stunden minimal
Auf den Braunsberg 5 km 2 Stunden 200 m
Auf und rund um den Schlossberg 4 km 2 Stunden 120 m
Auf den Hundsheimer Kogel 10 km 4 Stunden 300 m
Zu den drei Föhren 7 km 3 Stunden 70 m
Zu den alten Donauarmen 6 km 2 Stunden minimal
Ins Teichtal 8 km 2,5 Stunden minimal
Richtung Wolfsthal 8 km 3 Stunden minimal
Der Donauauen Erlebnispfad 5 km 2 Stunden 50 m
Römertag (Carnuntum) 15 km ganztägig 300 m
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